Bestsellerautorin Miriam Meckel bei den Hedy Lamarr Lectures

Miriam Meckel, Direktorin am Institut für Medienmanagement in St. Gallen, langjährige TV-Journalistin und Bestsellerautorin, spricht am 22. Oktober bei der 3. Hedy Lamarr Lecture 2012 über „Dante digital – das gute Leben in digitalen Zeiten“. Dantes Fegefeuer bildet dabei die Allegorie für die fließenden Übergänge zwischen Inferno und Paradies, Fluch und Segen des digitalen Lebens. Miriam Meckel, die nach ihrer Tätigkeit beim WDR 1999 als erste Professorin für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an die Universität Münster berufen wurde, publiziert regelmäßig in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Neuen Zürcher Zeitung und bei Bloomberg.com. Ihre Bücher „Das Glück der Unerreichbarkeit“ und „Brief an mein Leben“ waren Bestseller am deutschsprachigen Markt.

Die 3. Hedy Lamarr-Lecture 2012 findet am 22. Oktober 2012, um 18:15 Uhr im Theatersaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien statt und wird von Daniela Kraus, fjum_wien, moderiert. Die Hedy Lamarr-Lectures stehen allen Interessierten offen. Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Dante digital –
Über das gute Leben in digitalen Zeiten

Wenn Dante sein Fegefeuer in der Gegenwart geschrieben hätte, sähe es so aus: Das Ich reiste durch die diesseitige Welt, weil das Jenseits längst mit dem Diesseits in einer umfassenden virtuellen Applikation verschmolzen ist. Alle Protagonisten laufen mit iPhones herum, sie müssen mit Apps spielen und einander ständig anrufen, bis sie ihre Strafe verbüßt haben.
Dann befänden wir uns derzeit auf dem Weg durch das Inferno der ständigen Erreichbarkeit, der umfassenden „connectivity“, in der das Individuum wie in einem virtuellen Feuerball verschwindet. Einige von uns wären vielleicht schon auf dem Weg ins Purgatorio, gefangen im Versuch, sich zu läutern in der Übung neuer Kommunikationsregeln, die uns wieder befreien aus der Versklavung des Menschen durch die Technik.
Und ganz vereinzelt fänden wir einen Menschen, der die Chance hat, ins Paradies der selbstbestimmten und verständigungsorientierten Kommunikation zu gelangen, indem er sich selbst sichtbar macht in der zunehmend unbeobachtbaren Verschmelzung von Mensch und Maschine.
Bei „Dante digital“ sind die Grenzen zwischen den Reichen der diesseitigen digitalen Welt ausradiert und die Übergänge zwischen den Bußbezirken fließend. Wir können sie neu markieren, wenn wir sie wieder sichtbar machen.

 




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