Workshop: Darknet-Recherche für JournalistInnen

Kursnummer: 112520

09. & 10. Dezember 2020, 09.30 – 13.00 Uhr
fjum_Seminarraum, Karl Farkas Gasse 18, 1030 Wien
€ 260 ausschließlich für JournalistInnen / für Freie und Studierende -50%, Normalpreis: € 590 für alle nicht-journalistischen Berufe
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Sie wollen anonym im Darknet recherchieren, kommunizieren und Whistleblowern eine sichere Umgebung für sensible Leaks bieten? Sie haben aber noch keine Erfahrung mit der Darknet-Technologie? Der anonyme Tor-Browser verwischt digitale Spuren, im Darknet wie im ganz normalen Internet. Bisher haben etwa 60 Medien hyper-anonyme Darknet-Postfächer für potenzielle Whistleblower eingerichtet, darunter die Süddeutsche Zeitung, die New York Times und der Guardian. Sie wollen wissen, wie das geht? Darknet-Experte Stefan Mey zeigt es Ihnen.

 

Diese Kompetenzen erwerben Sie:

  • Sie lernen innovative Technologien für Ihre alltägliche und investigative Arbeit kennen.
  • Sie lernen Werkzeuge der „digitalen Selbstverteidigung“ kennen, mit denen Sie anonym recherchieren, anonym mit Quellen kommunizieren und Zensur im Ausland umgehen können.
  • Sie verstehen, wie digitale Überwachung funktioniert.
  • Sie lernen, wie Whistleblower-Postfächer im Darknet funktionieren,
  • und wie sie Whistleblower schützen.
  • Sie erarbeiten sich fachliche Kompetenz, um fundiert übers Darknet zu berichten.
  • Sie erkennen die Vorteile und Begrenzungen des Anonymisierungs-Browsers Tor.

 

So ist dieser Kurs aufgebaut:

Teil Eins – Grundlagen: Tor, das Darknet und Anonymisierungstechnologien

In Teil Eins geht es um Grundlagen zum Darknet und zu Tor. Sie lernen, wie der Anonymisierungs-Browser Tor funktioniert, wie er vor Überwachung schützt und welche politische Bedeutung das Darknet hat. Wir schauen uns journalistische Darknet-Anwendungen für die hyper-anonyme Kommunikation und den Austausch von Dokumenten an.

Konkrete Fragen sind:

  • Was ist und wie funktioniert das Darknet, sowie die zugrunde liegende Anonymisierungstechnologie Tor?
  • Wie funktioniert der Tor-Browser auf PC und Smartphone und wie kann er bei heiklen Recherchen helfen und bei der Umgehung von Zensur helfen?
  • Wie sicher ist die Anonymisierung von Tor und wo liegen die Grenzen?
  • Wie kann man mit dem Darknet-Programm Onionshare als JournalistIn anonym Dokumente übermitteln und empfangen?
  • Wie kann man mit den Messengern Ricochet und Briar überwachungssicher kommunizieren und mit dem mobilen Betriebssystem Tails sämtliche Spuren verwischen?

 

Teil Zwei – Darknet-Programme und Reise ins Darknet

In diesem Teil geht es zuerst um Darknet-Postfächer für Whistleblower. Dann schauen wir uns im Detail die Inhalte des Darknets an. Sie erfahren, was in der „digitalen Unterwelt“ alles passiert. Sie erhalten Tipps für Recherchen, Erfahrungsberichte und Hinweise, wie sich interessante Themen für Darknet-Berichterstattung finden lassen.

Konkret werden folgende Fragestellungen bearbeitet:

  • Wie so haben die Nachrichtenagentur AP, die Tageszeitungen New York Times, Süddeutsche Zeitung und Guardian Darknet-Postfächer für Whistleblower eingerichtet?
  • Welche Modelle und welche technologischen Lösungen für Whistleblower-Postfächer gibt es?
  • Was passiert im Darknet an illegalen, an wirklich üblen und an politischen Nutzungen?
  • Wie funktioniert der Darknet-Commerce und wie verändert das Darknet den Drogenhandel?
  • Wie kommt man für die Recherche an solide Zahlen und Fakten zum Darknet, wer sind geeignete GesprächspartnerInnen?
  • Welche Themen bei der Darknet-Berichterstattung sind spannend und noch nicht erschlossen?

 

Dieses Angebot richtet sich an:

Journalistische Profis, aber auch BerufseinsteigerInnen und Studierende, die innovative Tools für journalistische Arbeit kennenlernen wollen, in Digital-Ressorts und/oder investigativ arbeiten. Sie müssen kein IT-Profi sein, die Themen werden allgemeinverständlich erklärt, und es gibt Zeit für Nachfragen.

 

Das müssen Sie vorbereiten/mitbringen:

Essenziell: Es ist wichtig, dass Sie Ihren Laptop mitbringen und den Tor-Browser installieren. So können Sie das Darknet betreten und mit dem Anonymisierungs-Browser experimentieren.
Den Browser erhalten Sie auf der Webseite https://www.torproject.org/download/.

Fakultativ: Wenn Sie wollen, können Sie zudem folgende Programme auf Ihrem Smartphone installieren:

Wenn Sie einen USB-Stick (mit mindestens 8 Gigabyte Speicherplatz) mitbringen, können Sie im Workshop das Tor-basierte Betriebssystem Tails auf dem USB-Stick installieren und zu Hause ausprobieren.

Max. TeilnehmerInnen-Zahl: 12

 

Ihr Trainer:

Stefan Mey ist freier Technologie-Journalist und Buchautor. Er wohnt in Berlin und ist Teil des Journalistenbüros Schnittstelle. Er schreibt über Technologie-Themen für Medien wie Heise online, Le Monde Diplomatique, das Deutsche Ärzteblatt, Queer.de und Fluter.de. Besonders interessieren ihn digitale Gegenöffentlichkeiten und Alternativen zum „normalen“ Internet. Im Verlag C.H.Beck hat er ein Sachbuch zum Darknet veröffentlicht: „Darknet: Waffen, Drogen, Whistleblower. Wie die digitale Unterwelt funktioniert.“

 

09.12.202009:30 - 13:00
10.12.202009:30 - 13:00
260, ausschließlich für JournalistInnen / für Freie und Studierende -50%, Normalpreis: € 590 für alle nicht-journalistischen Berufe
Stefan Mey
fjum_Seminarraum
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