Konstruktiver Journalismus

Kursnummer: 211614

Ein Schlagwort geistert durch die Redaktionen Europas. Es heißt: konstruktiver Journalismus. Ob es ein guter oder ein böser Geist ist, ist noch nicht klar. Denn vielerorts wird jetzt mit journalistischen Themen und Formaten experimentiert, die über den klassischen Aufklärer-Ansatz hinausgehen. Ziel ist es, nicht nur Probleme zu benennen, sondern auch Lösungen aufzuzeigen, PolitikerInnen und ManagerInnen nicht nur zu kritisieren, sondern ebenso vorzuführen, was der/die einzelne BürgerIn tun kann.

Eines ist dabei klar. Es kann nicht bloß darum gehen, gute Laune und ein bisschen Herzschmerz zu verbreiten. Genau da liegt die Gefahr. Eine naiv positive Berichterstattung könnte zum bloßen Wohlfühljournalismus verkommen. Dann würde er seine wichtigste Aufgabe vernachlässigen, nämlich die Mächtigen zu kontrollieren.

Dieser Workshop zeigt, was hinter der Ursprungsidee des konstruktiven Journalismus steckt, welche Chancen sie bietet und wie man ihren Gefahren entgeht. Die TeilnehmerInnen erfahren, wie man das konstruktive Potenzial in den Themenfeldern aufspürt, wie konstruktive Themen zugeschnitten werden, wie konstruktive Storys aufgebaut sind, wie man die LeserInnen und UserInnen einbeziehen kann – und das Ganze möglichst ohne hohen Zeitaufwand, eher als Erweiterung des Redaktionsalltags.

Die TeilnehmerInnen entwickeln beim ersten Workshop eigene Umsetzungsideen, die sie bis zum zweiten Workshop realisieren. Dort werden dann die Erfahrungen ausgewertet. So entstehen praxisnahe Leitlinien für eine konstruktive Berichterstattung, die sich für JournalistInnen wie für ihr Publikum lohnt. Die TeilnehmerInnen sind am Ende bestens vorbereitet, um das Konzept des konstruktiven Journalismus in ihren Ressorts und Redaktionen vorzustellen und damit die Redaktionspraxis zu bereichern.

 

Weitere Inhalte:

  • Stand der Debatte: Das Konzept des Dänen Ulrik Haagerup und die Reaktionen darauf
  • Andere Quellen: Lösungsorientierter Journalismus, Positiver Journalismus und die Praxis erfolgreicher Zeitungs- und Zeitschriften-Redaktionen
  • Hintergrund: Die Konstruktion von Wirklichkeiten und die Notwendigkeit, das ganze Bild zu zeigen
  • Was funktioniert? Best practice-Beispiele
  • Dramaturgie: Welche Helden braucht die konstruktive Story?
  • Formatentwicklung: lang, kurz, für jeden etwas
  • Interaktivität: Chancen für sinnvolle Vernetzung von Themenangeboten

 

Dr. Christian Sauer ist Journalist, Mediencoach und Redaktionsberater in Hamburg. Er arbeitet als Dozent zu den Schwerpunkten Redaktionsleitung, Kreativität und Textqualität, u.a. an der Akademie für Publizistik in Hamburg, der Akademie der Zeitungsverleger in Bonn und in der internen Weiterbildung von Verlagen. Er coacht Medienmenschen von freien JournalistInnen bis zu ChefredakteurInnen. Zuvor arbeitete der gelernte Tageszeitungsjournalist 16 Jahre als Reporter, Redakteur und Redaktionsleiter, zuletzt bis 2005 als Stellvertretender Chefredakteur des Magazins „chrismon“. Er ist Mitglied des Ethikrats der Akademie für Publizistik und Autor der Profi-Ratgeber „Souverän schreiben“ (2007) und „Qualitätsmanagement in Redaktionen“ (2010) sowie zahlreicher Fachbeiträge.

Das Thema „Konstruktiver Journalismus“ treibt ihn seit dem Erscheinen der englischen Ausgabe des Buches von Ulrik Haagerup um. Er hat dazu mehrere Tagungen organisiert und Fachbeiträge veröffentlicht.

 

09.02.201610:00 - 17:30
10.02.201609:30 - 13:00
30.03.201610:00 - 17:30
560 Euro. Auch hier gilt: minus 50% für Freie und Studierende. (Holen Sie sich den Weiterbildungstausender vom WAFF)

fjum_Seminarraum
Karl-Farkas-Gasse 18, 1030 Wien Anfahrtsplan