Recherche: Wie man an geheime Akten kommt...und was man damit nicht tun sollte

Kursnummer: 13118

Von Panama-Papers bis Hypo, vom Fall Kampusch bis zu den Miss-Ständen im Strafvollzug bis zum Fall Karl-Heinz Grasser: investigativer Journalismus und „report on investigations“ braucht amtliche Dokumente, Ermittlungsakten und Dokumente von Strafverfolgungsbehörden. Wie gelangen wir legal an diese Dokumente? Welche Behörden und Akteure von Strafverfahren muss man kennen? Wie wird man als Journalist*in instrumentalisiert – und wie wehrt man sich dagegen?

 

Diese Kompetenzen erwerben Sie:

  • Sie lernen die wichtigsten Tools und Techniken von investigativen Reportern kennen
  • Sie wissen, wie sie an Gerichts- und Polizeidokumente kommen können
  • Sie erlernen wie ein Strafverfahren aufgebaut ist, wer Akteneinsichtsrechte hat und zu welcher Informationspolitik Behörden verpflichtet sind
  • Sie erlangen fundiertes Wissen um die rechtlichen Grundlagen investigativ-journalistischer Tätigkeit
  • Sie erhalten die Möglichkeit mit Staatsanwälten und Verteidigern über das Business der Litigation-PR zu diskutieren

 

So ist dieser Kurs aufgebaut:

Tag 1: Das Handwerk des Investigierens

Vormittag: 09:00 – 12:30

  • Die sechs Schritte einer erfolgreichen Investigation (These, offene Quellen, Informanten, Editing, Fact-Checking, Promotion) – entlang des Lernskriptums von Mark Lee Hunter
  • Die rechtlichen Grundlagen investigativ-journalistischer Tätigkeit:
    Anhand von konkreten Fällen (Korruptionsaffären, Polizeiübergriffen und Justizskandalen) üben Sie, wie man an Gerichts- und Polizeidokumente kommen kann, ohne das Gesetz zu verletzten
  • Wie ist ein Strafverfahren aufgebaut und wer hat Akteneinsichtsrechte?
  • Zu welcher Informationspolitik sind Behörden verpflichtet

Nachmittag: 13:30 – 17:00

Fehleranalyse investigative-journalistische Arbeit, wie z.B.:

  • Gefahren und Verlockungen der Litigation-PR
  • die Versuchung in privaten Verfahren Öffentlichkeit herzustellen, wo es eigentlich keine braucht

 

Tag 2: Wir begeben uns ins Feld

Wir besuchen einen bekannten Staatsanwalt und das Wiener Landesgericht, führen Hintergrundgespräche mit einem Strafverteidiger und lernen über das Business der Litigation PR

 

Dieses Angebot richtet sich an:

Journalist*innen und Investigativ-Einsteiger*innen, die ihr Wissen im investigativ- journalistischen Bereich um viele Aspekte erweitern und festigen wollen.

 

Max. TeilnehmerInnen-Zahl: 15

 

Ihr Trainer:

Dr. Florian Klenk, Jurist und Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung „Falter“ war Aufdecker vieler Polit-Korruptionsaffären und Missstände. Sein erklärtes Ziel ist, das Handwerk des Enthüllens zu professionalisieren und transparenter zu gestalten.

Für seine journalistische Arbeit wurde er u.a. mit dem Kurt-Vorhofer Preis, dem Claus-Gatterer-Preis und dem Concordia-Preis für Menschenrechte ausgezeichnet. 2005 und 2016 wurde er von einer Jury des Branchenmagazins „Der Österreichische Journalist“ als Journalist des Jahres ausgezeichnet, 2007, 2008 und 2016 als investigativer Journalist des Jahres.

@florianklenk

10.10.201809:00 - 17:00
17.10.201809:00 - 17:00
490, für Freie und Studierende - 50%
Florian Klenk
fjum_Seminarraum
Karl-Farkas-Gasse 18, 1030 Wien Anfahrtsplan