Gut gegen Shitstorm (ein Training mit Ingrid Brodnig)

Kursnummer: 211436

Es kann jeden treffen: Wer öffentlich im Netz kommuniziert, wer als Journalist oder Journalistin das Wort ergreift, läuft Gefahr, falsch verstanden oder auch für kleine Fehler bestraft zu werden. Im schlimmsten Fall wütet dann ein Shitstorm, unzählige User empören sich, attackieren die Reporter verbal, stellen in sozialen Netzwerken an den Pranger. Das schadet den eigenen Nerven, oft auch dem Image. Das Gute ist aber: Es gibt Methoden und Grundsätze in der Kommunikation, um einem Shitstorm möglichst vorzubeugen – und es gibt Sicherheitsmechanismen, die man im Auge des Shitstorms auch noch anwenden kann.

Im Seminar werden diese erläutert. Gleich zu Beginn werden grundsätzliche Fragen erläutert wie: Was ist die Psychologie hinter den Shitstorms? Welche Situationen führen zu einem Shitstorm und wie erkenne ich diese Situationen rechtzeitig? Inwiefern bin ich oder meine Organisation besonders gefährdet, Wut im Netz zu ernten und inwiefern kann ich das ändern?

Anschließend werden konkrete Beispiele geschildert und mit den TeilnehmerInnen gemeinsam Reaktionen erarbeitet, wie man in einer angespannten Situation möglichst deeskaliert und eine Wortwahl findet, bei der man sich selbst nicht verbiegen muss, aber trotzdem wieder Empathie ermöglicht. Auch die Rolle von Humor und Wortwitz, die richtig eingesetzt extrem entwaffnend sein können, wird behandelt.

All das hört sich aber leichter an als es ist: Denn in einer solch aufgeheizten Atmosphäre tun sich sogar Kommunikationsprofis mitunter schwer, den richtigen Ton zu finden, und in der Hitze des Gefechts entgleist die Debatte dann vollkommen. Für solche Situation wird eine Checkliste erarbeitet.

Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen wird ein Worst-Case-Szenario durchgespielt, das schließlich im richtigen Shitstorm endet, und Möglichkeiten zur Krisenkommunikation im Extremfall. In diesem Seminar werden Verhaltensmuster und Sicherheitsmechanismen erarbeitet, die einem helfen, online besser verstanden zu werden und viele Gefahren schon vorab zu vermeiden.

Ingrid Brodnig, geb. 1984, leitet das Medienressort der Wiener Wochenzeitung Falter und das Buch verfasst „Der unsichtbare Mensch. Wie die Anonymität im Internet unsere Gesellschaft verändert“, bei der sich auch intensiv mit der Aggression im Netz und der Psychologie hinter den Shitstorms beschäftigt. Dieses Thema behandelt sie regelmäßig in Vorträgen, Workshops und auf ihrem Blog brodnig.org

26.11.201409:30 - 12:30
120 Euro (60 Euro für Mitglieder der österreichischen FreischreiberInnen)
Ingrid Brodnig
fjum_Seminarraum
Karl-Farkas-Gasse 18, 1030 Wien Anfahrtsplan