Recherche: Wie man an geheime Akten kommt...und was man damit nicht tun sollte

Kursnummer: 211636

Von Panama-Papers bis Hypo, vom Fall Kampusch bis zu den Missständen im Strafvollzug, vom Tierschützerprozess bis zum Fall Grasser: investigativer Journalismus und „report on investigations“ braucht amtliche Dokumente, Ermittlungsakten und Dokumente von Strafverfolgungsbehörden. Wie gelangt man legal an diese Dokumente? Welche Behörden und Akteuere von Strafverfahren muss man kennen? Wie wird man als JournalistIn instrumentalisiert – und wie wehrt man sich dagegen?

Programmübersicht

Tag 1: Das Handwerk des Investigierens

Wir lernen zunächst den Unerschied zwischen Daily News-Business und Investigation kennen und – anhand des Lernskriptums von Mark Lee Hunter – die sechs Schritte einer erfolgreichen Investigation (These, offene Quellen, Informanten, Editing, Fact-Checking, Promotion).

Anhand von konkreten Fällen (Korruptionsaffären, Polizeiübergriffen und Justizskandalen) üben wir, wie man an Gerichts- und Polizeidokumente kommen kann, ohne das Gesetz zu verletzten. Wir lernen, wie ein Strafverfahren aufgebaut ist, wer Akteneinsichtsrechte hat und zu welcher Informationspolitik Behörden verpflichtet sind. Zugleich lernen wir die rechtlichen Grundlagen investigativjournalistischer Tätigkeit.

Am Nachmittag des ersten Tages besprechen wir die Fehler, die investigative Journalisten machen. Hier geht es vor allem um die Gefahren und Verlockungen der Litigation-PR und den Versuchungen in privaten Verfahren Öffentlichkeit herzustellen, wo es eigentlich keine braucht (Fälle Kampusch, Fritzl, „Inzest-Opa“ von Braunau).

Tag 2: Wir begeben uns ins Feld

Wir besuchen Gerhard Jarosch, den Präsidenten der Vereinigung Österreichischer Staatsanwälte, der lange Zeit auch als Mediensprecher arbeitete und diskutieren mit ihm über die Fehler und die Notwendigkeit von JournalistInnen. Dann wechseln wir zu Manfred Ainedter, den Anwalt von Karl-Heinz Grasser und Rakhat Aliev und diskutieren, wie Anwälte investigativen Journalismus befeuern, beziehungsweise darunter leidern. Und schließlich besuchen wir Patrick Minar von Schneider/Minar/Jenewein und werden über das Business der Litigation PR hören.

Dr. Florian Klenk, Jurist und Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung „Falter“ war Aufdecker vieler Polit-Korruptionsaffären und Missstände. Er will das Handwerk des Enthüllens professionalisieren und transparenter gestalten. Klenk gibt Einblicke in den Hintergrund seiner eigenen Recherchen und organisiert eine Exkursion zur Staatsanwaltschaft Wien, zum Verteidiger von Karl-Heinz Grasser und zu Schneider-Minar-Jenewein Consulting GmbH, einer Agentur die sich auf Litigation PR spezialisiert hat. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen beschränkt.

Termine: Mittwoch 28. September 2016 und Mittwoch 5. Oktober 2016, jeweils 09:00 – 17:00 Uhr.

28.09.201609:00 - 17:00
05.10.201609:00 - 17:00
490 Euro. Auch hier gilt: minus 50% für Freie und Studierende. (Für WienerInnen auch WAFF-Förderung möglich)
Florian Klenk
fjum_Seminarraum
Karl-Farkas-Gasse 18, 1030 Wien Anfahrtsplan