Workshop: Darknet-Recherche für JournalistInnen

Kursnummer: 18319

04. Dezember 2019, 09.30 – 17.00 Uhr
fjum_Seminarraum, Karl Farkas Gasse 18, 1030 Wien
€ 260,- / für Freie und Studierende -50%
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Sie wollen anonym im Darknet recherchieren, kommunizieren und Whistleblowern eine sichere Umgebung für sensible Leaks bieten? Sie haben aber noch keine Erfahrung mir der Darknet-Technologie? Der anonyme Tor-Browser verwischt digitale Spuren, im Darknet wie im ganz normalen Internet. Bisher haben etwa 60 Medien hyper-anonyme Darknet-Postfächer für potenzielle Whistleblower eingerichtet, darunter die Süddeutsche Zeitung, die New York Times und der Guardian. Sie wollen wissen, wie das geht? Darknet-Experte Stefan Mey zeigt es Ihnen.

 

Diese Kompetenzen erwerben Sie:

  • Sie lernen innovative Technologien für Ihre alltägliche und investigative Arbeit kennen.
  • Sie lernen Werkzeuge der „digitalen Selbsteverteidigung“ kennen, mit denen Sie anonym recherchieren, anonym mit Quellen kommunizieren und Zensur im Ausland umgehen können.
  • Sie verstehen, wie digitale Überwachung funktioniert.
  • Sie lernen, wie Whistleblower-Postfächer im Darknet funktionieren
  • und wie sie Whistleblower schützen.
  • Sie erarbeiten sich fachliche Kompetenz, um fundiert übers Darknet zu berichten.
  • Sie erkennen die Vorteile und Begrenzungen des Anonymisierungsbrowsers Tor.

 

So ist dieser Kurs aufgebaut:

Teil Eins – Grundlagen: Tor und das Darknet

In Teil Eins geht es um Grundlagen zum Darknet und zu Tor. Sie lernen, wie der Anonymisierungs-Browser Tor vor Überwachung schützt und welche politische Bedeutung das Darknet hat.

Konkrete Fragen sind:

  • Was ist und wie funktioniert das Darknet sowie die zugrunde liegende Anonymisierungstechnologie Tor?
  • Wie funktioniert der Tor-Browser auf PC und Smartphone und wie kann er bei heiklen Recherchen helfen und bei der Umgehung von Zensur helfen?
  • Wie sicher ist die Anonymisierung von Tor und wo liegen die Grenzen?
  • Inwiefern taugt das Darknet als ein Gegenmodell zum perfekt überwachbaren sonstigen Internet?

 

Teil Zwei – Darknet-Programme und Darknet-Postfächer

In diesem Teil geht es um journalistische Darknet-Anwendungen. Sie lernen Darknet-basierte Programme für die Kommunikationen und den Austausch von Dokumenten kennen. Und sie verstehen, wie Darknet-Postfächer funktionieren und welche technischen Optionen es gibt.

Konkret werden folgende Fragestellungen bearbeitet:

  • Wie kann man mit dem Darknet-Programm Onionshare als EinzeljournalistIn anonym Dokumente übermitteln und empfangen?
  • Wie kann man mit den Messengern Ricochet und Briar überwachungssicher kommunizieren und mit dem mobilen Betriebssystem Tails sämtliche Spuren verwischen?
  • Wieso haben die Nachrichtenagentur AP, die Tageszeitungen New York Times, Süddeutsche Zeitung und Guardian Darknet-Postfächer für Whistleblower eingerichtet?
  • Was unterscheidet Darknet-Postfächer von herkömmlichen Postfächern und wo liegen deren Schwächen?
  • Welche Modelle und welche technologischen Lösungen für Whistleblower-Postfächer gibt es?
  • Wie kann man Redaktionen und potenzielle Whistleblower für einen Umgang damit schulen?

 

Teil Drei – Das Darknet als Berichterstattungsobjekt

Im dritten und letzten Teil schauen wir uns die Inhalte des Darknets an. Sie erfahren überblicksartig, was in der „digitalen Unterwelt“ passiert. Sie erhalten Tipps für Recherchen, Erfahrungsberichte und Hinweise, wie sich interessante Themen für Darknet-Berichterstattung finden lassen.

Folgende Themenstellungen werden dazu erörtert:

  • Was passiert im Darknet an illegalen, an wirklich üblen und an politischen Nutzungen?
  • Wie funktioniert der „Darknet-Commerce“ und wie verändert das Darknet den Drogenhandel?
  • Wie kommt man für die Recherche an solide Zahlen und Fakten zum Darknet, wer sind geeignete GesprächspartnerInnen?
  • Welche Themen bei der Darknet-Berichterstattung sind spannend und noch nicht erschlossen?

 

Dieses Angebot richtet sich an:

Journalistische Profis, aber auch BerufseinsteigerInnen und Studierende, die innovative Tools für journalistische Arbeit kennenlernen wollen, in Digital-Ressorts und/oder investigativ arbeiten. Sie müssen kein IT-Profi sein, die Themen werden allgemeinverständlich erklärt und es gibt Raum für Nachfragen.

 

Das müssen Sie vorbereiten/mitbringen:

Essenziell: Es ist wichtig, dass Sie Ihren Laptop mitbringen und den Tor-Browser für PC installieren. Den kostenlos verfügbaren Browser erhalten Sie auf der Webseite
https://www.torproject.org/download/.
So können Sie das Darknet betreten und mit dem Anonymisierungs-Browser experimentieren.

Fakultativ: Wenn Sie wollen, können Sie zudem folgende Programme installieren:

  • auf dem PC
    das Dateitauschprogramm Onionshare
    sowie den PC-Messenger Ricochet
  • auf Ihrem Android-Smartphone
    die Browser-App Orfox in Kombination mit der Tor-“Generalanwendung“ Orbot, 
    sowie der die Darknet-Messenger-App Briar
  • auf Ihrem iPhone
    die Browser-App OnionBrowser

Max. TeilnehmerInnen-Zahl: 12

 

Ihr Trainer:

Stefan Mey ist freier Technologie-Journalist und Buchautor. Er wohnt in Berlin und ist Teil des Journalistenbüros Schnittstelle. Er schreibt über Technologie-Themen für Medien wie Heise online, Le Monde Diplomatique, das Deutsche Ärzteblatt, Queer.de und Fluter.de. Besonders interessieren ihn digitale Gegenöffentlichkeiten und Alternativen zum „normalen“ Internet. Im Verlag C.H.Beck hat er ein Sachbuch zum Darknet veröffentlicht: „Darknet: Waffen, Drogen, Whistleblower. Wie die digitale Unterwelt funktioniert.“

 

04.12.201909:30 - 17:00
260, für Freie und Studierende -50% (Förderungen möglich)
Stefan Mey
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