Hannes Grassegger (*1980) ist ein Schweizer Investigativjournalist, Ökonom und Technologe, dessen Recherchen die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen digitaler Netzwerke untersuchen – mit besonderem Fokus auf Desinformation, Microtargeting und Datenpolitik.
Grassegger wurde durch frühe Enthüllungen über Unternehmen wie Cambridge Analytica bekannt, in denen er deren Einsatz von psychologischer Profilbildung und gezielten Botschaften in politischen Kampagnen aufdeckte. Diese Arbeiten trugen maßgeblich zur internationalen Debatte über die Rolle von Technologieplattformen bei Wahlen bei.
Seine Recherchen zu Themen wie den Moderationssystemen von Facebook oder Anwendungen der Blockchain-Technologie erschienen unter anderem in The Guardian, ProPublica und Das Magazin, wo er bis 2023 als Technologiereporter tätig war.
2014 veröffentlichte er das Buch Das Kapital bin ich, in dem er dafür plädiert, dass Menschen Eigentumsrechte an ihren persönlichen Daten erhalten sollten, um der Ausbeutung durch Unternehmen entgegenzuwirken und mehr Transparenz zu schaffen.
Grassegger erhielt unter anderem den Gerald Loeb Award for Beat Reporting (2018) sowie den Swiss Media Prize for Financial Journalism (2018). Zudem war er Fellow am Woodrow Wilson Center und arbeitete in Gremien des World Economic Forum zu Medien und Desinformation mit.
Außerdem lehrt er an der Universität Basel und entwickelt Werkzeuge wie die Plattform „Spatz“ für gemeinschaftsorientierten Journalismus.